„Zurück zum Beton“

Mehr denn je wird der Baustoff Beton ambivalent wahrgenommen. Ähnlich wie die fossilen Brennstoffe trieb die „graue Substanz“ die industrielle Entwicklung an. Technisch, wirtschaftlich und ästhetisch ist unsere auf Wachstum angelegte Gesellschaft ohne diesen Kunststein nicht denkbar. Gleichzeitig aber belastet der ungebremste und nicht zu Ende gedachte Einsatz des Materials das Klima und erschöpft die verfügbaren Rohstoffe.

Im Mittelpunkt des aktuellen Disputes um klimagerechtes Bauen stehen Betonbauten, an denen die Frage nach Abriss oder Sanierung, Rück- oder Weiterbau ausgefochten wird. Beispielhaft dafür ist das Mainzer Rathaus von Arne Jacobsen und Otto Weitling: Nach kontroversen Diskussionen wird das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Gebäude saniert. 2023 steht der auf sein Betonskelett entkernte, als „Beamten-Gefängnis“ denunzierte „Fuchs-Bau“ eingerüstet am Rhein. Ein verlassenes aber wehrhaft scheinendes Monument, das darauf wartet, zu neuem Leben erweckt zu werden.

Die Innenansichten der Bildauswahl konzentrieren sich auf den freigelegten Moment zwischen vergangenen Ideen und zukünftigen Notwendigkeiten.

Foto-Essay bei Marlowes,

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